Generation Y

  So kann die Privathotellerie die Generation Y in Zeiten des Arbeitskräftemangels als Mitarbeiter gewinnen

Eine Zusammenfassung von Katharina Ott
Generation Y in Zeiten des Arbeitskräftemangels als Mitarbeiter

Wer ist Generation Y? 

Als solche bezeichnet man die zwischen 1980 und 2000 Geborenen – also die, die heute zwischen 35 und 15 Jahren alt sind. Es gibt viele zeitliche Eingrenzungen und Bezeichnungen für diese Bevölkerungsgruppe. „Y“ trifft es jedoch am besten, da dadurch auch gleichzeitig die Lebenseinstellung dargestellt wird – „Y“ = „WHY“. Denn das Hinterfragen ist ein wesentlicher Teil der Lebensphilosophie. Die begehrten Vertreter dieser Gruppe machen ca. ein Drittel aus. Durch ihre Auffälligkeit jedoch bestimmen sie das Bild der Gesamtgeneration. 


Was will die Generation Y? 

Sie will anders arbeiten. Sie möchte für sich einen Sinn in dem erkennen was sie tut. Zudem fordert sie die Vereinbarkeit von Job und Privatleben und auf den Spaß will sie auch nicht bis zum Feierabend warten. Sie erwarten von den Kollegen und Vorgesetzten Vertrauen und eine Führung, die eines verständnisvollen Mentors gleichkommt, nicht der des strengen Lehrers. Das hat weder etwas mit Faulheit noch mit Egoismus zu tun. Schließlich weiß die Generation Y nicht, wie lange sie noch arbeiten muss und ist zusätzlich durch Ihre Eltern (Burn-Out / Abwesende Elternteile / Workaholics) geprägt. Dadurch haben die Vertreter dieser Generation eine sogenannte Anti-Burn-Out-Strategie entwickelt. Sie sind wie Marathonläufer, die sich ihre Kräfte aufteilen, um den gesamten Lauf durchzuhalten. Außerdem kommen deren Forderungen allen Mitgliedern einer Belegschaft zugute, egal welchen Alters. Denn Studien haben belegt, dass die älteren Arbeitnehmer die gleichen Wünsche haben, sich nur eben nicht trauen, diese zu äußern.

Warum tickt die Generation Y anders? 

Das, was diese Generation am meisten beeinflusst hat, sind ihre Eltern. Stets wurden sie gelobt und behandelt wie kleine Prinzen und Prinzessinnen. Das Mantra: „Kind dir steht die Welt offen“ hat sich schon früh in das Bewusstsein eingebrannt. Noch nie zuvor sind Kinder so behütet aufgewachsen. Die Eltern der Ypsiloner haben immer versucht, ihren Kindern alles zu ermöglichen, ob es nun der Sport oder ein Musikinstrument war, was grade das Interesse des Kindes gelockt hat – sie durften sich frei ausleben. Und nicht nur das, sie durften auch schon im Kindesalter mitbestimmen: Wohin in den Urlaub, welches Auto oder welcher Laptop sollte angeschafft werden und so weiter. Aber es gibt noch einen zweiten ganz wesentlichen Faktor und zwar die ‚Krise‘. Sie war stets und immer der unausweichliche Begleiter. Seit dem 11. September hat sich für die Generation Y die Welt bewegt. Seit diesem Ereignis weiß sie, dass die Welt doch gar nicht so groß ist wie sie scheint und, leider auch im negativen Sinne, alles möglich ist. Seit diesem Tag nimmt diese Gruppe die Welt anders wahr – nämlich grenzenlos, sowohl im politischen, als auch im wirtschaftlichen Sinne. Seitdem fällt auch unentwegt der Begriff Krise: Afghanistankrise, Ölkrise, Wirtschaftskrise, Europakrise, Eurokrise usw. usw…. All das hat diese Generation sensibilisiert und gleichzeitig eine gewisse Unsicherheit verinnerlichen lassen. Die Sozialen Medien haben dieses Empfinden noch verstärkt.

Aber warum erzähle ich Ihnen das überhaupt und welchen Nutzen haben Sie davon? 

Schauen wir uns einmal die Bevölkerungspyramide der Republik heute an. Die Deutschen sind im Schnitt ca. 45 Jahre alt – damit ist Deutschland eine der ältesten Nationen der Welt. Es gibt fast doppelt so viele ‚Babyboomer‘ (1955 bis 1969 Geborene) wie Vertreter der Generation Y. Auch insgesamt gibt es mehr ‚Alte‘ als ‚Junge‘. Bis 2060 werden die unter-20-jährigen nur noch 15% der Bevölkerung ausmachen und gleichzeitig werden die ‚Alten‘ immer älter. Das stellt die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Da nicht nur die Belegschaft älter wird sondern auch weniger. Bereits 2015 werden 3 Mio. Arbeitsplätze nicht besetzt werden können, 2030 werden es schon 5 Mio. sein. Kritiker behaupten zwar dies sei nicht so schlimm – wenn die Bevölkerung insgesamt sinkt, sinkt auch entsprechend die Nachfrage. Diese Rechnung geht jedoch nicht auf, denn Deutschland ist ein Exportland. Unsere Wirtschaft lebt vom Auslandshandel. Ohne ausreichend und gut gebildete Arbeitskräfte sind wir nicht länger international wettbewerbsfähig, das Wachstum verlangsamt sich und gleichzeitig nimmt der Staat weniger Steuern ein. Das führt zu einem geschätzten Wohlstandsverlust von 3,8 Billionen Euro (3.800.000.000.000 €). Arbeitgebern bleibt also gar keine andere Wahl sich auf die Forderungen und Wünsche der Generation Y einzustellen – denn sie sind die Arbeitskräfte von Morgen! Durch den demografischen Wandel wird der Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt. Und genau das ist der Trumpf, den die Generation Y in ihrer Hand hält. Sie sind wenig - also begehrt. Aber sind die ‚Jungen‘ erst einmal geködert, setzt sich diese Generation mit Herz und Seele ein. 

Aber wie gewinne ich nun die Generation Y als Mitarbeiter? 

Ganz knallhart gesagt: Da die Hotelbranche nicht grade für Ihre guten Gehälter bekannt ist, sollten Sie es auf der emotionalen Schiene versuchen. Geben Sie sich ein Gesicht, der ‚Junge‘ Mitarbeiter möchte heutzutage wissen, in wessen Dienste er seine Arbeitskraft stellt. Sind Sie vielleicht Lokalpatriot und ihr Umfeld liegt Ihnen am Herzen? Oder unterstützen Sie soziale Projekte? Sind Sie pro Regional eingestellt und beziehen alle Ihre Waren aus der Umgebung – sodass dadurch die eigene Region gestärkt wird? Die Umwelt ist ein Thema für Sie? SCHREIBEN SIE ES! Formulieren Sie Leitsätze – Werte nach denen Sie arbeiten. Und vor allem - zeigen Sie Flagge für Ihren Beruf und Ihre Branche. Sie alle haben sich einmal für die Hotellerie entschieden aus den unterschiedlichsten Gründen. Ihre Mitarbeiter übrigens auch! Aber was waren die Gründe? Schnelles Geld verdienen? Sicher nicht… Aber vielleicht waren es die guten Aufstiegschancen oder die Arbeit mit Menschen. Oder, oder, oder… Es gibt ein Haufen dieser Gründe. Und wenn sie es für Sie waren, dann können es auch Gründe für andere Menschen sein! 

Es gibt Vieles was vor allem für kleinere Privathotels spricht. Der Trend geht wieder zur Familie und zu alten Werten zurück (Retro). Das können Sie viel besser für sich nutzen als große Kettenhotels. Außerdem wird durch Ihre Wirtschaft die Region finanziell gestärkt, da das Geld in der Region bleibt und nicht ins Ausland am Ende des Tages, wie bei einigen Hotelketten geht.




Quellen, auf die sich die Recherchen von K. Ott stützen:
Kerstin Bund
Statistisches Bundesamt
Wikipedia

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