Gesunde Ernährung im Hotel


Richtige Ernährung bei Tagungen und Seminaren

Als Tagungsteilnehmer ist man nur am Essen! Doch Wissen ist nicht die Mahlzeit…

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Wer gedacht hat, eine Tagung würde sich nach den Themen, streng strukturiert nach Zeit und Inhalten richten, der irrt sich gewaltig. Als Tagungsteilnehmer denkt man oft von Mahlzeit zu Mahlzeit - denn es gibt so viele davon! In keiner anderen Geschäftssituation ist Essen so leicht zugänglich wie bei einer Tagung oder Seminar! Wer auf seine Figur achten will hat es meist sehr schwer, denn die Versuchung ist enorm groß. Und nicht nur das. Oft ist das Essen nicht nur Kalorienhaltig sondern liegt auch schwer im Magen und sorgt für Konzentrationsschwäche.

Herr Walter ist mal wieder geschäftlich unterwegs. Diesmal geht es zu einer Tagung zum Thema Grundlagen der Buchhaltung. Das Thema ist nicht unbedingt spannend, aber erscheinen ist Pflicht. „Wenigstens trifft man mal wieder die alten Kollegen.“ Voller Vorfreude auf seine alten Bekannten und was diese in der Zwischenzeit erlebt haben, wird der Abend so wie sich das für alte Haudegen gehört, an der Bar verbracht.
Fatal - wie sich am nächsten Morgen herausstellt.

Morgens, noch verschlafen und etwas zerknautscht, weil der Vorabend doch noch lange war, steht er vor dem Frühstücksbuffet und denkt sich „ Boah, jetzt erst mal wat richtiges in Magen“. Der Tag ist noch jung und wer weiß, was es heut noch zu essen gibt. Also wird reichlich aufgeladen. Da landen Wurst und Käse gleich neben einem ordentlichen Happen Rührei – „Oh, die haben sogar Würstchen!“ - Also auch davon noch ein bis fünf auf den Teller gelegt. Butter oder Margarine - Sekt oder Selters - „ohne Butter schmeckt das doch gar nicht“, also auch hier wird wieder zur Fettbombe gegriffen. Nachdem der erste Gang verspeist und sich langsam ein wohliges Gefühl in der Magengegend breit macht, geht es zum Zweiten Teil. Da kommt dann noch ein kleines Croissant mit Marmelade oder Nuss-Nougat-Creme auf den Teller und vielleicht doch noch eine Banane – was soll denn auch der Geiz, ist ja gesund!

In zehn Minuten geht’s los – Buchhaltung und Rechungswesen, die Grundlagen einer Steuererklärung. „Oh man… das wird ja richtig spannend. Aber eigentlich könnte ich schon wieder ins Bett…“ Kurz noch einen Kaffee geholt und schon fängt der Vortrag an. Bereits nach fünf Minuten kann Herr Walter an nichts anderes mehr denken, als an die nächste Kaffee-Pause. Die ist zum Glück schon in 1,5 Stunden. Bis dahin muss die Tasse Kaffee eben reichen.

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Der halbe Tag ist überstanden, Herr Walter steht schon wieder vor einem Buffet. Allein bei dem Anblick läuft ihm schon das Wasser im Mund zusammen, auch wenn er eigentlich gar keinen Hunger hat. „Ach was sollst. Wer weiß, wann es wieder etwas gibt!“. Zwischen Pasta, Reis und Bratkartoffeln mit Speck finden sich leckere kleine Mini-Schnitzel, und Putengeschnetzeltes. Natürlich darf auch etwas Gemüse nicht fehlen – Brokkoli und Blumenkohl mit Sauce Hollandaise und etwas Rahmspinat, dafür findet sich noch ein klein wenig Platz auf Herrn Walters Teller.

So ungefähr zieht sich die kulinarische Orgie bis zum Abend hin. Neben einer weiteren Kaffeepause mit Plunder und Kuchen wird vom Veranstalter natürlich auch das Abendessen organisiert. Ein Spanferkelgrillen im Hoteleigenen Garten und jeder darf mal den Grillmeister machen – super für die Teambildung! Aber ganz schlecht für Geist und Körper.

Nach drei Tagen kommt Herr Walter wieder zu Hause an und ist vom ganzen Essen und Lernen fix und fertig und hat mindestens drei Kilo mehr drauf. Ob er viel von den Inhalten mitgenommen hat? Man weiß es nicht, zumindest ist er nicht unglücklich darüber, dass es zu jedem Vortrag auch ein Handout gibt!

Was können Sie als Hotel dazu beitragen, dass die Teilnehmer einer Tagung auch mehr davon mitnehmen? (Und damit sind nicht weitere Kilos gemeint) Oder, welches Essen fördert die Konzentration und trägt zum gesunden Lernen bei?

Das Frühstück


Es ist eine der wichtigsten Mahlzeiten des Tages und sollte eine gesunde Grundlage haben. Also ein wenig Rührei mit Vollkornbrot, etwas Tomaten und Gurken statt Speck oder Würstchen dazu. Eine kleine Schale Müsli mit Joghurt und Obst. So beginnt ein guter Start in den Tag. Milchprodukte sind reich an Kalzium und helfen, die Funktion der Nervenzellen zu verbessern. Zudem sorgt das enthaltene Tyrosin für die Produktion von Neurotransmittern. Vollkornbrot und Gemüse helfen, dass Sättigungsgefühl länger zu erhalten. Kerne, wie z.B. Leinsamen, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne, enthalten Omega-3-Fettsäuren, Tryptophan und Thiamine, die das Nervensystem unterstützen.

Tipp:
  • Nicht nur Früchte wie Äpfel und Bananen anbieten, besonders farbstarke Früchte wie Beeren aller Art und Zitrusfrüchte, oder auch Avocados können sich positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken
  • Mehr Gemüse und Kräuter zum Frühstück, zum Beispiel Kopfsalat und Kresse.
  • Sojaprodukte bestehen aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und halten den Cholesterinspiegel konstant. Sie stärken das Erinnerungsvermögen und verhindern die Kalkablagerung in den Gefäßen des Gehirns

Die Kaffee-Pausen


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Meistens gibt es zur Kaffee-Pause Schnittchen und Obst, bzw. am Nachmittag Gebäck und Obst. Das ist für den Anfang nicht schlecht. Aber selten schneidet man sich einen Apfel oder eine Birne auf, wenn denn überhaupt ein Messer dazu ausliegt. Und das Obst so mit der Hand zu essen ist unpraktisch und kann zudem sehr unästhetisch sein… Also wird es oft liegen gelassen.


Tipp:
  • Besser sie schneiden es auf und machen beispielsweise Spieße daraus. Die können von den Teilnehmern auch mit in den Tagungsraum genommen werden, ohne dass man sich Gedanken über störende Gehäuse, oder Essensgeräusche machen muss.
  • Bieten Sie kleine Schüsselchen mit Studentenfutter an. Das sorgt für den richtigen Energiekick und vor allem gute Laune! Denn Nüsse haben durch ihre Bestandteile wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Einfluss auf die Sehkraft.
  • Rohkost wie Karotten, Gurken und Cherrytomaten, sind eine gute Alternative zu fetten Schnitten mit Butter und Schinken. Es macht satt und liegt nicht so schwer im Magen.

Das Mittag- und Abendessen


So viel Auswahl und man kann sich nicht entscheiden. Das ist der Vorteil eines Buffets, oder der Nachteil? Oft will man von Allem etwas kosten, weil es so schmackhaft aussieht und isst daher über den Hunger hinaus. Das macht müde und trägt nicht unbedingt dazu bei, dass die Teilnehmer wieder konzentriert an ihren Tischen sitzen. Wenn schon viel geboten wird, dann wenigstens das Richtige!

Tipp:
  • Pasta, Reis und Kartoffeln sind wichtige Kohlenhydrat Spender. Doch sollten es keine fettigen Bratkartoffeln mit Speck sein.
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, versorgen den Körper mit Kohlenhydraten und Proteinen. Das ist wichtig für einen optimalen Lernerfolg.
  • Schweinefleisch ist aus vielen Gründen nicht gesund. Es ist unter anderem sehr fetthaltig und enthält viel Cholesterin. Lieber auf weißes Fleisch zurückgreifen. Geflügel unterstütz den Sauerstofftransport im Körper. Fisch als Alternative bietet sich durch den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren an und hält unter andrem die Blutgefäße elastisch.
  • Gemüse gehört zu einem gesunden Essen dazu. Lassen Sie dennoch die Soßen weg. Stellen Sie sie lieber separat mit dazu. Denn genau hier lauern versteckte Fette und Zucker, welches den Magen zum Grummeln bringt.
  • Statt Croutons und Sahnedressings bieten Sie doch als Alternative Nüsse und Olivenöl zum Salat an.

Last but not least – das Wichtigste: Trinken, Trinken, Trinken!
Am besten Wasser und davon viel, den ganzen Tag über. Das Gehirn besteht zu einem Großteil aus Wasser. Somit müssen auch diese Bestandteile wieder aufgefüllt werden. Geraten wir nämlich in einen Zustand der Dehydration, schrumpfen die Dendriten durch die Produktion von Cortisol. Das führt dazu, dass wir uns weniger merken können.


Randnotiz: Die Vorgänge sind stark vereinfacht dargestellt und nur sehr plakativ.
Quelle: www.study4success.de/konzentration-steigern/brain-food

(Fotos: Seminar / Tagungshotel Soltau | Tagungsbuffet © Daniel Rennen / pixelio.de | Kaffeepause © Ella M. Klomann / Fotolia.com)

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